Gehalt & Steuern

Steuerklasse richtig wählen 2026: Welche Kombination sich lohnt

7 Min Lesezeit · Aktualisiert am 9.9.2026

Die Steuerklasse entscheidet nicht darüber, wie viel Steuern du im Jahr insgesamt zahlst – wohl aber darüber, wie viel Netto jeden Monat auf dem Konto landet. Wer die Wahl klug trifft, verschafft sich mehr Liquidität und kann bei Elterngeld oder Krankengeld sogar bares Geld gewinnen.

Die sechs Steuerklassen im Überblick

  • Klasse 1 – Ledige, dauernd getrennt Lebende, Verwitwete ab dem zweiten Jahr
  • Klasse 2 – Alleinerziehende mit Anspruch auf den Entlastungsbetrag
  • Klasse 3 – Verheiratete Hauptverdiener, Partner hat Klasse 5
  • Klasse 4 – Verheiratete mit ähnlichem Einkommen, optional mit Faktor
  • Klasse 5 – Partner des Hauptverdieners, hohe monatliche Abzüge
  • Klasse 6 – Zweit- und Nebenjob, höchste Abzüge ohne Freibeträge

3/5, 4/4 oder Faktorverfahren?

Die Kombination 3/5 lohnt sich, wenn ein Partner deutlich mehr verdient – als Faustregel ab etwa 60 zu 40 Prozent des gemeinsamen Einkommens. Der Nachteil: Die Kombination führt fast immer zu einer Nachzahlung, weil unterjährig zu wenig einbehalten wird, und die Abgabe der Steuererklärung ist Pflicht. 4/4 verteilt die Last gleichmäßig. Das Faktorverfahren (4/4 mit Faktor) rechnet den Splittingvorteil bereits monatlich ein und trifft die Jahressteuer am genauesten – ideal, wenn du Nachzahlungen vermeiden willst.

Wichtig vor Elterngeld, Krankengeld und Arbeitslosengeld

Lohnersatzleistungen richten sich nach dem Nettogehalt der vergangenen Monate. Wer vor der Geburt in die günstigere Steuerklasse wechselt, erhöht das Elterngeld spürbar. Für das Elterngeld muss der Wechsel spätestens sieben Monate vor Beginn des Mutterschutzes erfolgt sein – plane also früh. Der gleiche Effekt gilt für Krankengeld und Arbeitslosengeld I.

So wechselst du die Steuerklasse

Der Wechsel läuft über das Formular „Antrag auf Steuerklassenwechsel bei Ehegatten" beim Finanzamt oder direkt über ELSTER. Ein Wechsel ist mehrfach im Jahr möglich und wirkt ab dem Folgemonat. Am Jahresende gleicht die Steuererklärung alles wieder aus – die Steuerklasse ist also eine Frage des monatlichen Zahlungsflusses, nicht der endgültigen Steuerlast.

Rechne es selbst durch

Mit dem Steuerklassen-Rechner vergleichst du 3/5 und 4/4 direkt gegeneinander, der Brutto-Netto-Rechner zeigt dir das Monatsergebnis für jede einzelne Klasse.

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