Tagesgeldrechner mit Zinseszins & Aktionszins
Berechne taggenau den Zinsertrag deines Tagesgelds — inkl. Aktionszins-Phase, Zinseszins, Steuern (Abgeltungsteuer + Soli + Kirchensteuer) und Sparerpauschbetrag. Wähle aus einer kuratierten Bankliste oder gib einen eigenen Zinssatz ein.
Beispielrechnung
Bei 10.000 € Anlagebetrag, 3,5 % Aktionszins für 6 Monate und danach 1,75 % Bestandszins über 24 Monate erhältst du rund 478 € Bruttozinsen. Nach Abgeltungsteuer (25 % + 5,5 % Soli) und Verrechnung mit dem Sparerpauschbetrag bleiben dir ca. 478 € netto (sofern der Pauschbetrag noch nicht ausgeschöpft ist).
So funktioniert der Tagesgeldrechner
Der Tagesgeldrechner berücksichtigt den Zinseszinseffekt: Zinsen werden monatlich gutgeschrieben und im Folgemonat mitverzinst. Banken in Deutschland rechnen üblicherweise taggenau (act/365); der Rechner approximiert dies monatsgenau, was bei realistischen Laufzeiten zu einer Abweichung von unter 0,01 % führt.
Aktionszins: Viele Banken werben mit hohen Zinsen, die nur 3 bis 6 Monate für Neukunden gelten. Danach gilt der niedrigere Bestandskundenzins. Der Rechner zeigt beide Phasen separat aus, damit du den effektiven Durchschnittszins über die Gesamtlaufzeit siehst — die wichtigste Kennzahl für den Vergleich.
Steuern: Zinserträge unterliegen der Abgeltungsteuer (25 % gemäß § 32d EStG) plus 5,5 % Solidaritätszuschlag (effektiv 26,375 %) plus ggf. Kirchensteuer (8 % oder 9 %). Der Sparerpauschbetrag beträgt 1.000 € pro Person bzw. 2.000 € bei Zusammenveranlagung (§ 20 Abs. 9 EStG) — gilt aber für alle Kapitalerträge zusammen, nicht nur Tagesgeld.
Einlagensicherung: Innerhalb der EU sind Einlagen bis 100.000 € pro Bank und Person gesetzlich gesichert. Bei deutschen Banken kommt häufig die freiwillige Einlagensicherung des BdB hinzu (Millionenbeträge). Bei EU-Auslandsbanken ist die Sicherheit gleich hoch, aber im Schadensfall musst du dich an die ausländische Behörde wenden.
Häufige Fragen (FAQ)
Sind Tagesgeldzinsen wirklich tagesaktuell?⌄
Nein. Banken passen Zinsen meist monatlich oder quartalsweise an, mit ein paar Tagen Vorlauf. Die Zinssätze in diesem Rechner sind redaktionell gepflegt — das Stand-Datum siehst du unter dem Ergebnis. Vor Vertragsabschluss immer auf der Anbieter-Webseite gegenprüfen.
Aktionszins oder dauerhafter Bestandszins — was ist besser?⌄
Kommt auf die Laufzeit an. Wer alle 6 Monate die Bank wechseln will, holt sich mit Aktionszinsen mehr heraus (Zinshopping). Wer Ruhe will, fährt mit konstant hohen Bestandszinsen (z. B. EU-Banken mit dauerhaft 2,4–2,6 %) auf 2 Jahre oft besser.
Wie wird Tagesgeld versteuert?⌄
Zinsen sind Einkünfte aus Kapitalvermögen (§ 20 Abs. 1 Nr. 7 EStG). Die Bank führt automatisch 25 % Abgeltungsteuer + 5,5 % Soli + ggf. Kirchensteuer ab — sofern kein Freistellungsauftrag bis 1.000 € (Single) bzw. 2.000 € (Verheiratete) hinterlegt ist.
Brauche ich einen Freistellungsauftrag?⌄
Ja, sonst zahlt die Bank automatisch Abgeltungsteuer und du musst dir den Sparerpauschbetrag erst über die Steuererklärung (Anlage KAP) zurückholen. Den Freistellungsauftrag kannst du auf mehrere Banken aufteilen.
Was ist der Unterschied zu Festgeld?⌄
Tagesgeld ist täglich verfügbar, der Zinssatz kann jederzeit angepasst werden. Festgeld bindet dein Geld für 3, 6, 12, 24 Monate oder länger zu einem festen Zins — meist 0,2 bis 0,5 Prozentpunkte höher.
Wie sicher ist Tagesgeld?⌄
Innerhalb der EU bis 100.000 € pro Bank und Person gesetzlich abgesichert (Richtlinie 2014/49/EU). Bei deutschen Privatbanken kommt häufig die freiwillige Einlagensicherung des BdB dazu. Niemals mehr als 100.000 € pro Bank parken.
Warum sind ausländische EU-Banken oft günstiger?⌄
EU-Banken aus Schweden, Estland, Tschechien oder Frankreich locken mit dauerhaft höheren Zinsen, weil sie auf dem deutschen Markt Kunden gewinnen wollen. Die Einlagensicherung ist EU-weit harmonisiert, aber die Abwicklung im Schadensfall läuft über das jeweilige Heimatland.
Ist Tagesgeld eine gute Geldanlage?⌄
Als Notgroschen (3–6 Nettogehälter) und kurzfristige Liquiditätsreserve: ja. Für langfristigen Vermögensaufbau: nein — die Inflation frisst die Nominalrendite meist auf. Nutze für längere Horizonte einen ETF-Sparplan.
Was bedeutet 'taggenaue Verzinsung'?⌄
Die Zinsen werden für jeden Kalendertag berechnet, an dem das Geld auf dem Konto liegt (act/365 oder act/360). Gutschrift erfolgt meist monatlich, quartalsweise oder am Jahresende.
Lohnt sich häufiges Bank-Hopping?⌄
Bei Beträgen ab 20.000 € und Aktionszins-Differenzen von 1+ Prozentpunkten: ja. Beachte den Zeitaufwand für SCHUFA-Eintrag, Postident und Geldbewegung. Bei kleinen Beträgen (<5.000 €) lohnt sich der Aufwand selten.
Was passiert nach der Aktionsphase?⌄
Der Zins fällt automatisch auf den Bestandskundenzins zurück (oft 0,5–1,5 % p.a.). Banken kündigen die Anpassung 6 Wochen vorher in der Regel per E-Mail oder im Postfach. Setze dir einen Kalender-Reminder, um rechtzeitig zu wechseln.
Wo finde ich neutrale Vergleiche?⌄
Stiftung Warentest (Finanztest), Verbraucherzentralen und unabhängige Finanzportale. Achte darauf, ob Aktions- oder Bestandszinsen verglichen werden — und ob die Sortierung neutral oder werblich ist.
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