Rentenlücke berechnen und schließen: So gehst du 2026 vor
Die gesetzliche Rente ersetzt nach heutigem Stand nur rund die Hälfte des letzten Bruttoeinkommens. Die Differenz zwischen dem, was du im Alter brauchst, und dem, was du bekommst, ist deine Rentenlücke. Sie lässt sich erstaunlich genau beziffern.
Schritt 1: Bedarf im Alter schätzen
Als Orientierung gelten 70 bis 80 Prozent des heutigen Nettoeinkommens. Wer im Alter mietfrei wohnt, kommt mit weniger aus; wer Pflege, Reisen oder Unterstützung für Kinder einplant, braucht mehr. Rechne in heutigen Euro und berücksichtige die Inflation separat.
Schritt 2: Ansprüche zusammentragen
- Gesetzliche Rente laut Renteninformation (Bruttowert, vor Steuern und Krankenversicherung)
- Betriebsrente, Zusatzversorgung im öffentlichen Dienst
- Riester, Rürup, private Rentenversicherungen
- Depot, Immobilie, sonstige Einkünfte
Schritt 3: Von der Bruttorente zur Nettorente
Von der gesetzlichen Rente gehen Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung ab, dazu kommt die Besteuerung des steigenden Rentenanteils. Der Rentenbesteuerungs-Rechner zeigt, welcher Teil deiner Rente steuerpflichtig ist – das verändert die Lücke oft deutlich.
Schritt 4: Lücke schließen
Für den Aufbau zählt vor allem die Zeit. Wer mit 30 monatlich 200 Euro in einen breit gestreuten ETF-Sparplan legt, hat bis 67 bei sechs Prozent Rendite ein deutlich sechsstelliges Vermögen. Prüfe zusätzlich geförderte Wege: Entgeltumwandlung über den Arbeitgeber, das ab 2027 geplante Altersvorsorgedepot und – bei hohem Einkommen und Selbstständigkeit – Rürup.
Schritt 5: Jährlich nachjustieren
Gehaltssprünge, Teilzeit, Elternzeit und Jobwechsel verändern die Lücke. Einmal im Jahr die Renteninformation prüfen und die Sparrate anpassen reicht in der Regel aus. Mit dem Rentenlücken-Rechner siehst du sofort, wie viel monatliches Sparen nötig ist.
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