Altersvorsorgedepot-Rechner 2027
Wie viel bringt das ab 2027 geplante staatlich geförderte Altersvorsorgedepot? Der Rechner zeigt Zulagen, Jugendbonus, zusätzliche Steuerersparnis aus der Günstigerprüfung, Kosten und die nachgelagerte Besteuerung – und stellt das Netto-Endvermögen direkt einem regulären ETF-Sparplan mit Vorabpauschale gegenüber.
Beispielrechnung
150 €/Monat (1.800 €/Jahr), 30 Jahre Laufzeit (Alter 37 → 67), 6 % Rendite p.a., 0,2 % Effektivkosten, keine Kinder, 35.000 € Bruttojahreseinkommen: 54.000 € eigene Einzahlung, 16.200 € Zulagen, rund 112.000 € Ertrag und gut 3.100 € zusätzliche Steuerersparnis. Nach rund 22,6 % Entnahmebesteuerung bleiben etwa 144.000 € netto – gegenüber rund 122.000 € in einem ungeförderten ETF-Sparplan.
So funktioniert der Altersvorsorgedepot
Das Altersvorsorgedepot ist ein zum 1.1.2027 geplantes, staatlich gefördertes Wertpapierdepot für die private Altersvorsorge – der Nachfolger der Riester-Rente, aber ohne Garantiezwang und mit freier Wahl von ETFs, Aktien- und Mischfonds. Förderberechtigt sind Angestellte, Beamte, Auszubildende und Selbstständige, mittelbar auch Ehepartner.
Zulagen: Auf die ersten 360 € Einzahlung im Jahr gibt es 50 % Zuschuss (max. 180 €), auf weitere Einzahlungen bis insgesamt 1.800 € nochmals 25 % (max. 360 €). Die maximale Grundzulage liegt damit bei 540 € pro Jahr – erreicht ab 150 € Sparrate im Monat. Für kindergeldberechtigte Kinder kommt je eingezahltem Euro ein Euro Kinderzulage hinzu, maximal 300 € je Kind und Jahr. Von 18 bis unter 25 Jahren gibt es zusätzlich einen Jugendbonus von 200 € jährlich.
Günstigerprüfung: Das Finanzamt prüft jedes Jahr, ob der Sonderausgabenabzug mehr bringt als die Zulagen. Die Formel im Rechner: Steuerersparnis = (min(Einzahlung, 1.800 €) + Zulagen) × Grenzsteuersatz, die zusätzliche Erstattung ist max(0, Steuerersparnis − Zulagen). Den Grenzsteuersatz leitet der Rechner aus deinem Bruttojahreseinkommen ab (Arbeitnehmer- Pauschbetrag 1.230 € plus Vorsorgepauschale) und rechnet ihn über den Einkommensteuertarif § 32a EStG numerisch aus.
Auszahlphase: Das gesamte Kapital wird nachgelagert mit dem persönlichen Steuersatz besteuert. Als Näherung nutzt der Rechner – wie Finanztip – den heutigen Grenzsteuersatz minus 5 Prozentpunkte. Vor dem 65. Geburtstag entnommenes Geld führt zur Rückzahlung von Zulagen und Steuervorteilen.
Vergleich ETF-Sparplan: Der ungeförderte Sparplan wird realistisch gerechnet: jährliche Vorabpauschale (Fondswert × 3,2 % Basiszins × 70 %, begrenzt auf den Wertzuwachs, davon 70 % steuerpflichtig × 26,375 %) und beim Verkauf Abgeltungsteuer auf den Kursgewinn nach 30 % Teilfreistellung, abzüglich der bereits gezahlten Vorabpauschale. So sind beide Varianten netto vergleichbar.
Häufige Fragen (FAQ)
Was ist ein Altersvorsorgedepot?⌄
Ein staatlich gefördertes Depot, mit dem du ab 2027 privat fürs Alter über Fonds und ETFs ansparen kannst. In der Ansparphase gibt es Zulagen und Steuervorteile, im Ruhestand folgt eine Auszahlphase als lebenslange Rente oder als Auszahlplan bis mindestens zum 85. Lebensjahr.
Wie hoch ist die staatliche Förderung?⌄
50 % auf die ersten 360 € Einzahlung im Jahr (max. 180 €) plus 25 % auf weitere Einzahlungen bis 1.800 € (max. 360 €) – zusammen maximal 540 € Zulage pro Jahr. Dazu 300 € je kindergeldberechtigtem Kind und 200 € Jugendbonus für 18- bis unter 25-Jährige.
Ab welcher Sparrate bekomme ich die volle Zulage?⌄
Ab 150 € im Monat, also 1.800 € im Jahr. Einzahlungen darüber hinaus werden nicht mehr bezuschusst und sind auch nicht als Sonderausgaben abziehbar.
Lohnt sich das Depot gegenüber einem normalen ETF-Sparplan?⌄
Meist ja: Zulagen und Steuererstattung erhöhen die investierte Summe deutlich, außerdem fällt in der Ansparphase keine Vorabpauschale an. Dafür wird die Auszahlung voll mit dem persönlichen Steuersatz belastet, während beim ETF-Sparplan nur der Gewinn nach 30 % Teilfreistellung besteuert wird. Der Rechner zeigt beide Varianten netto.
Komme ich vor der Rente an das Geld?⌄
Grundsätzlich nein. Entnahmen vor dem 65. Geburtstag führen – wie bei Riester – zur Rückzahlung von Zulagen und Steuervorteilen.
Kann ich einen Riester-Vertrag übertragen?⌄
Geplant ist eine Übertragung bestehender Riester-Verträge ins Altersvorsorgedepot ohne Verlust bisheriger Zulagen. Geringverdienende mit mehreren Kindern sollten aber rechnen: Für sie ist die alte Riester-Förderung oft attraktiver.
Wie wirken sich die Kosten aus?⌄
Effektivkosten (Depotgebühren plus TER des Fonds) werden direkt von der Rendite abgezogen. Aus 6 % Rendite und 0,2 % Kosten werden 5,8 % netto – über 30 Jahre macht schon ein halber Prozentpunkt mehrere zehntausend Euro Unterschied.
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