Kündigungsfristen bei Miete und Arbeitsvertrag: Die Regeln 2026
Bei Kündigungen entscheidet nicht das Datum auf dem Schreiben, sondern der Zugang beim Empfänger. Ein Tag zu spät bedeutet, dass die Frist erst einen Monat später zu laufen beginnt – bei Mietverträgen kostet das schnell eine volle Monatsmiete.
Mietvertrag: drei Monate und die Drei-Werktage-Regel
Mieter können mit einer Frist von drei Monaten kündigen (§ 573c BGB). Die Kündigung muss spätestens am dritten Werktag eines Monats zugehen, damit dieser Monat mitzählt. Samstag zählt als Werktag, Sonn- und Feiertage nicht – und Feiertage sind je nach Bundesland unterschiedlich. Vermieter haben abhängig von der Mietdauer längere Fristen von bis zu neun Monaten.
Arbeitsvertrag: Grundfrist und Staffelung
- Probezeit: zwei Wochen zu jedem beliebigen Tag
- Grundfrist: vier Wochen zum 15. oder zum Monatsende
- Ab 2 Jahren: ein Monat zum Monatsende, danach ansteigend bis sieben Monate ab 20 Jahren
- Die verlängerten Fristen gelten von Gesetzes wegen nur für den Arbeitgeber – im Vertrag kann Gleichlauf vereinbart sein
Tarifvertrag und Vertragsklauseln gehen vor
Tarifverträge dürfen abweichende, auch kürzere Fristen vorsehen. Prüfe deshalb immer zuerst Arbeitsvertrag und einschlägigen Tarifvertrag, bevor du das Gesetz anwendest. Eine Kündigung braucht in beiden Bereichen die Schriftform mit eigenhändiger Unterschrift – E-Mail, Fax oder Messenger genügen nicht.
Sonderfälle
Bei Mieterhöhung, Modernisierung oder Tod des Mieters gelten Sonderkündigungsrechte. Im Arbeitsrecht kommen fristlose Kündigung aus wichtigem Grund, Aufhebungsverträge und die Drei-Wochen-Frist für die Kündigungsschutzklage hinzu – letztere ist die wichtigste Frist überhaupt.
Frist sicher bestimmen
Der Kündigungsfristen-Rechner berücksichtigt Bundesland, Feiertage und die Drei-Werktage-Regel und nennt dir das späteste Zugangsdatum sowie das Vertragsende.
Passende Rechner zu diesem Thema
Weitere Artikel aus „Recht & Familie"
War diese Seite hilfreich?