Steuerberater-Honorar-Rechner (StBVV)
Was kostet der Steuerberater? Die StBVV regelt Mindest- und Höchstgebühren. Der Rechner zeigt das Bruttohonorar für ESt, USt, GewSt, KSt und Lohn nach Tabelle A.
Beispielrechnung
Einkommensteuererklaerung mit Gegenstandswert 40 000 EUR und Mittelgebuehr (3,5/10): 413 EUR Honorar + 20 EUR Auslagenpauschale + 19 % USt = 515 EUR brutto.
So funktioniert der StBVV
Die Steuerberatervergutungsverordnung (StBVV) regelt verbindlich Mindest- und Hoechstgebuehren. Die Hoehe haengt von zwei Groessen ab: dem Gegenstandswert (z. B. Summe der Einkuenfte fuer ESt, 10 % des Umsatzes fuer USt) und dem Zehntel-Satz innerhalb des fuer die jeweilige Leistung vorgesehenen Rahmens.
Der Berater kann nach § 11 StBVV den konkreten Satz aus dem Rahmen waehlen - massgeblich sind Umfang, Schwierigkeit, Bedeutung der Sache und wirtschaftliche Verhaeltnisse des Auftraggebers. Im Normalfall wird die Mittelgebuehr abgerechnet (BGH IX ZR 18/09). Hinzu kommen Auslagenpauschale (§ 16 StBVV: 20 % des Honorars, max. 20 EUR) und Umsatzsteuer 19 %.
Sonderform: Pauschalvereinbarungen sind nach § 14 StBVV ausdruecklich zulaessig, wenn sie laufende Taetigkeiten betreffen (Buchfuehrung, USt-VA, Lohn) und schriftlich getroffen werden. Auch hier gelten die Saetze der StBVV als Untergrenze - Unterschreitungen sind nur in Ausnahmefaellen zulaessig (§ 4 II StBVV).
Häufige Fragen (FAQ)
Was ist die StBVV?⌄
Steuerberatervergütungsverordnung - bundesweit verbindliche Gebührenordnung für Steuerberater (§ 64 StBerG). Sie sichert Mindesthonorare und schuetzt Mandanten vor Wuchergebühren.
Wer legt den Zehntel-Satz fest?⌄
Der Steuerberater nach billigem Ermessen (§ 11 StBVV). Bei durchschnittlicher Sache: Mittelgebühr. Bei besonderem Umfang oder Komplexität: höher. Bei Routinefällen: niedriger.
Was ist der Gegenstandswert bei der ESt?⌄
Summe der positiven Einkünfte (vor Verlustausgleich), mind. 8 000 EUR. Bei Eheleuten zusammen veranlagt entsprechend addiert.
Was kostet die USt-Voranmeldung?⌄
Rahmen 1/10 - 6/10 nach § 24 I Nr. 7 StBVV, Mittelgebühr 3,5/10. Gegenstandswert: 10 % der Bemessungsgrundlage des Voranmeldezeitraums, mind. 650 EUR.
Sind Pauschalen erlaubt?⌄
Ja - schriftlich nach § 14 StBVV. Umfasst meist Buchführung + USt-VA + Lohn. Jahresabschluss und ESt sind separat zu vergüten.
Wie wird die Auslagenpauschale berechnet?⌄
20 % des Honorars, höchstens 20 EUR pro Sache (§ 16 StBVV). Daneben ggf. Reisekosten, Telefon-Sonderkosten, Kopierkosten gesondert nach § 17.
Fällt USt auf das Honorar an?⌄
Ja - 19 % Umsatzsteuer. Selbstaendige Mandanten können die USt als Vorsteuer abziehen.
Sind die Kosten absetzbar?⌄
Steuerberatungskosten für Betriebsausgaben/Werbungskosten sind voll abziehbar. Privater Anteil (Anlage Vorsorge, Anlage Kind) seit 2006 nicht mehr - Aufteilung im Honorarbeleg notwendig.
Wann darf der Berater unter der Mittelgebühr abrechnen?⌄
Bei einfachen Routinesachen oder besonderen Mandantenverhältnissen (z. B. Mitarbeiter, Familie). Schriftliche Vereinbarung sinnvoll, damit kein Wettbewerbsverstoss vorliegt.
Was kostet der Jahresabschluss?⌄
Nach § 35 StBVV: 10/10 - 40/10 vom mittleren Gegenstandswert. Bei einer kleinen GmbH mit Bilanzsumme 200 000 EUR und Umsatz 500 000 EUR liegt das Mittel bei ca. 1 800 EUR netto.
Kann ich verhandeln?⌄
Über den Zehntel-Satz innerhalb des Rahmens: ja, auch über Pauschalen. Eine generelle Unterschreitung der Mindestsaetze ist standesrechtlich problematisch.
Was tun bei zu hoher Rechnung?⌄
Prüfung durch die Steuerberaterkammer (§ 76 StBerG) oder Klage. Vor Mahnverfahren immer schriftliche Begründung des Zehntel-Satzes anfordern.
Quellen & rechtliche Grundlagen
Dieser Rechner basiert auf folgenden offiziellen Quellen. Alle Werte werden jährlich überprüft und aktualisiert.
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