ETF-Entnahmeplan-Rechner
Wie lange reicht dein Vermögen, wenn du monatlich entnimmst? Berechne deinen Entnahmeplan inklusive Inflation und Renditeerwartung.
Beispielrechnung
Bei 500.000 € Startvermögen, 2.000 € monatlicher Entnahme, 5 % Rendite und 2 % Inflation reicht dein Kapital ca. 34 Jahre. Nach der 4-%-Regel wären rund 1.667 € pro Monat dauerhaft tragbar.
So funktioniert der ETF-Entnahmeplan
Der Entnahmeplan ist das Gegenstück zum Sparplan – du baust kein Vermögen mehr auf, sondern lebst davon. Wichtig: Die monatliche Entnahme wird jedes Jahr an die Inflation angepasst, sonst verlierst du real Kaufkraft.
Die berühmte 4-%-Regel (Trinity-Studie) besagt: Wer jährlich 4 % seines Startvermögens entnimmt (inflationsangepasst), kommt mit hoher Wahrscheinlichkeit 30+ Jahre aus – bei einem typischen Aktien/Anleihen-Portfolio.
Sequence-of-Returns-Risiko: Schwache Renditen am Anfang der Entnahmephase sind besonders gefährlich. Plane mit Sicherheitspuffer (z. B. 2–3 Jahre Cash-Reserve) und sei flexibel bei den Entnahmen in Krisenjahren.
Häufige Fragen (FAQ)
Was ist die 4-%-Regel?⌄
Trinity-Studie (1998): Mit 4 % jährlicher Entnahme aus einem 50/50-Portfolio (Aktien/Anleihen) reicht das Vermögen mit hoher Wahrscheinlichkeit 30 Jahre.
Wie viel Kapital brauche ich für die Privatier-Rente?⌄
Jahresentnahme × 25 (entspricht 4 %). Für 2.000 €/Monat: 600.000 €. Sicherheitspuffer +20 % empfehlenswert.
Was ist das Sequence-of-Returns-Risiko?⌄
Schwache Renditen direkt nach Entnahmebeginn schmälern das Kapital überproportional – auch bei guter Durchschnittsrendite. Gegenmaßnahme: 2–3 Jahre Cashpuffer.
Wie versteuere ich Entnahmen?⌄
Nur Kursgewinne unterliegen der Abgeltungsteuer (25 % + Soli, ggf. KiSt). Teilfreistellung 30 % bei Aktien-ETFs (§ 20 InvStG).
Was ist die FIFO-Regel?⌄
First-In-First-Out (§ 20 EStG): Die ältesten Anteile gelten als zuerst verkauft – meist mit höchstem Gewinn und damit höchster Steuerlast.
Wie wirkt sich Inflation auf die Entnahme aus?⌄
Reale Kaufkraft sinkt um die Inflationsrate. Die Entnahme sollte jährlich angepasst werden – sonst real ärmer trotz gleichbleibender Beträge.
Welche Asset-Allokation für Entnahmephase?⌄
Klassisch 60/40 (Aktien/Anleihen). Glide-Path: in Krisen Aktienquote senken oder Cash-Puffer aufbauen (Bogleheads-Empfehlung).
Was ist die Bucket-Strategie?⌄
Drei Töpfe: 1) 1–2 Jahre Cash, 2) 3–7 Jahre Anleihen, 3) ab 8 Jahre Aktien. Reduziert das SoRR und glättet Schwankungen.
Was ist die dynamische Entnahme?⌄
Entnahmebetrag wird jährlich an Marktentwicklung angepasst (z. B. Guyton-Klinger-Regel). Erhöht Sicherheit gegenüber starrer 4-%-Regel.
Wie sicher ist die 4-%-Regel?⌄
Historisch >95 % Erfolgsquote über 30 Jahre. Bei längerer Entnahmedauer (40+ Jahre) auf 3,3–3,5 % reduzieren.
Welche Rolle spielen Anleihen?⌄
Sie reduzieren die Volatilität und liefern in Aktienkrisen oft positive Renditen. Bei extrem niedrigen Realzinsen ist die Schutzwirkung allerdings reduziert.
Wo finde ich seriöse Studien?⌄
Trinity Study, Wade Pfau (Retirement Researcher), early-retirement.org, Gerd Kommer (gerd-kommer.de) und Finanztip-Ratgeber Entnahmeplan.
Quellen & rechtliche Grundlagen
Dieser Rechner basiert auf folgenden offiziellen Quellen. Alle Werte werden jährlich überprüft und aktualisiert.
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