Entgeltfortzahlung-Rechner (§ 3 EFZG)
6 Wochen volle Bezüge bei Krankheit — § 3 EFZG. Der Rechner zeigt deinen Anspruch, prüft die Wartezeit (4 Wochen) und weist auf das anschließende Krankengeld der GKV hin.
Beispielrechnung
Bei 3 500 € brutto und 35 Krankheitstagen nach 8 Wochen Beschäftigung: voller Anspruch — Tagessatz ≈ 115 €, Gesamt-EFZ ca. 4 027 €.
So funktioniert der Entgeltfortzahlung
Die Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall (EFZ) nach § 3 EFZG sichert Arbeitnehmern bei unverschuldeter Arbeitsunfähigkeit für bis zu 6 Wochen / 42 Kalendertage die volle Vergütung. Voraussetzung ist eine Wartezeit von 4 Wochen ununterbrochener Beschäftigung (§ 3 III EFZG) — sie gilt nicht bei Wechsel des Arbeitgebers im Konzern oder bei Wiedereinstellung innerhalb von 12 Monaten.
Berechnung: Lohnausfallprinzip (§ 4 EFZG). Maßgeblich ist das, was der AN ohne Erkrankung verdient hätte — inkl. Schicht-, Sonn-, Nacht- und Feiertagszuschlägen. Nicht erfasst: Überstundenvergütung (außer regelmäßig), reine Aufwandsentschädigungen.
Ab Tag 43 zahlt die gesetzliche Krankenkasse Krankengeld (§ 47 SGB V): 70 % brutto, max. 90 % netto, gedeckelt auf den BBG-Tagessatz, für höchstens 78 Wochen je Erkrankung in 3 Jahren. Bei Fortsetzungserkrankung (gleiche Diagnose) entsteht erst ein neuer EFZ-Anspruch nach 6 Monaten Symptomfreiheit oder 12 Monaten seit Erstauftreten (§ 3 I 2 EFZG, BAG 25.05.2016, 5 AZR 318/15).
Häufige Fragen (FAQ)
Wann beginnt der EFZ-Anspruch?⌄
Ab Tag 1 der Arbeitsunfähigkeit, sobald die 4-wöchige Wartezeit erfüllt ist. Vorher zahlt die GKV ggf. Krankengeld.
Was bedeutet 6 Wochen genau?⌄
42 Kalendertage (nicht Werktage). Bei wiederholter AU innerhalb von 12 Monaten wegen derselben Krankheit kein neuer Anspruch.
Müssen Krankheitstage aufeinanderfolgen?⌄
Nein. Mehrere kürzere AU-Zeiten wegen verschiedener Krankheiten verbrauchen je separate 6-Wochen-Kontingente.
Was ist mit Wochenenden und Feiertagen?⌄
Sie zählen mit. Krankheit von Mo–So sind 7 Kalendertage, der AN bekommt aber nur die regulär bezahlten Werktage.
Bekomme ich auch Zuschläge?⌄
Ja. Schicht-, Sonn-, Nacht- und Feiertagszuschläge fließen in die EFZ ein, wenn sie regelmäßig anfallen (§ 4 I EFZG, BAG 21.11.2001).
Wer trägt die EFZ wirtschaftlich?⌄
Grundsätzlich der Arbeitgeber. Kleinbetriebe (≤ 30 AN) nehmen am U1-Umlageverfahren teil — die Kasse erstattet je nach Satz 50–80 %.
Was bei Selbstverschulden?⌄
Bei grob fahrlässigem oder vorsätzlichem Eigenverschulden (z. B. Trunkenheitsunfall) kein EFZ-Anspruch. Sport-Unfälle sind in der Regel anspruchserhaltend.
AU-Bescheinigung ab wann?⌄
Spätestens am 4. Tag — Tarifvertrag oder Arbeitsvertrag kann früheren Termin vorsehen (§ 5 EFZG). Seit 2023 elektronisch (eAU).
Was ist Verdienstkürzung trotz EFZ?⌄
Tariflich oder einzelvertraglich kann eine geringere Karenzzahlung ('Karenztage') vereinbart sein — gesetzlich nicht zulässig (§ 12 EFZG). Sonderleistungen wie Bonusprämien können entfallen.
Was ist Mutterschaftsfall?⌄
§ 18 MuSchG: Schutzfristen sind keine Krankheit. Stattdessen Mutterschaftsgeld + AG-Zuschuss.
Was ist Arbeitsunfall?⌄
Bei Arbeits- oder Wegeunfall greift die gesetzliche Unfallversicherung mit Verletztengeld (§ 45 SGB VII) — Höhe wie Krankengeld, aber ab Tag 43 von der BG.
Kann der Arbeitgeber kündigen?⌄
Krankheit allein ist kein Kündigungsgrund. Häufige Kurzerkrankungen oder Langzeit-AU können nach KSchG eine personenbedingte Kündigung rechtfertigen — strenge BAG-Voraussetzungen.
Quellen & rechtliche Grundlagen
Dieser Rechner basiert auf folgenden offiziellen Quellen. Alle Werte werden jährlich überprüft und aktualisiert.
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